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Generation Fernmitgliedschaft

am 11.01.2017 von Alvaro

Golfblog Mitgliedschaften

Ich gehöre mittlerweile zu der mittelalterlichen Generation Golfer, die sich immer öfter alleine auf dem Platz wiederfindet, denn die Freunde selbigen Alters verlassen den zunächst enthusiastisch begonnenen Golfsport leider zuhauf. Die Gründe? Immer dieselben:

• Keine flexible Mitgliedschaft möglich

• Voll-Mitgliedschaft lohnt sich nicht bei familiärer und beruflicher Doppelbelastung

• Zu zeitintensiv

Eine ganze Menge dieser enttäuschten Spezies flieht dann in die kontrovers diskutierten Fernmitgliedschaften. Worüber ich sehr glücklich bin, denn zumindest dürfen meine Freunde dann vereinzelte Runden mit mir spielen. Egal wann, egal wo, einfach Greenfee zahlen und fertig. Doch weshalb werden diese Fernmitgliedschaften eigentlich so kontrovers diskutiert?

Die Golfclubs erhalten (je nach Größe) per anno eine gewisse Anzahl an DGV „Mitglieder-Verbands-Karten“, die Sie dann für ihre Mitglieder als Clubkarten einsetzen. Dafür zahlt der Golfer u.a. den Clubbeitrag. Die meisten Clubs erreichen die Mitgliederzahlen in Relation zur Verfügung stehender Karten jedoch gar nicht, und setzen das übriggebliebene Kontingent jetzt für Fernmitgliedschaften ein. Befürworter argumentieren mit Flexibilität für den Golfer nebst kleinem Zusatzverdienst, der die klamme Betreiber-Kasse aufbessert...

Gegner argumentieren, dass diese Art der Mitgliedschaft den Golfsport vollends zerstören wird, denn die Interessenten würden in diese „Billig-Mitgliedschaften“ getrieben. Geld, das den Betreibern dann auf der Habenseite bei Voll-Mitgliedschaften fehlt. Zudem kostet die Pflege einer Golfanlage immens viel Geld, was bei ausschließlichen Fernmitgliedschaften natürlich nicht zu stemmen wäre...

Bei all dem Für und Wider frage ich mich jetzt aber tatsächlich, wo denn die kreativen Ansätze der Clubs zur Lösung einer höherwertigen Mitgliedschaft bleiben. Meine Freunde zumindest wurden allesamt mit Begründungen à la „dann wollen das alle“ abgewiesen. Sie fragten nämlich nach so verrückten Dingen wie 

• Mitgliedschaft für “nur Wochenend-Spieler“

• Mitgliedschaft für „nur Wochentags-Spieler“

• Mitgliedschaft für „nur Abendspieler“

• Mitgliedschaft für „nur Morgenspieler“

• Greenfee-Mitgliedschaft für „wenig-Spieler“

Alles Dinge, die es in jedem x-beliebigen Fitness-Studio bereits gibt, um die sportwilligen Mitglieder zumindest an die Marke und/oder die Anlage zu binden.

Meiner Meinung nach, sind diese starren Mitgliedschaften nebst DGV-Karte (zumindest für die schwer zu erreichende Zielgruppe der sich in Zeitnot befindlichen 30-50-jährigen) eh ein aussterbendes Modell. Im Norden Deutschlands gibt es bereits Club-Initiativen, die für einen Verzicht auf die DGV-Karte plädieren. Für den Golfbetreiber geht es dort in die Richtung, dass die wichtigste Karte zukünftig die Kreditkarte sein wird. „Pay and Play“ ist ja auch ein Erfolgsmodell, das uns andere Länder bereits vorleben. Gut, wenn man unbedingt zeigen muss, dass man seine Platzreife erworben hat und die Murmel geradeaus befördern kann, reicht ja auch eine Karte des Clubs, auf der das Handicap und die Bestätigung des Erwerbs der Platzreife aufgeführt ist. Ich frage mich nur immer, weshalb man aber einem Touristen am Empfangstresen dann glaubt dass er Golfspielen könne...

Die „Holgramm-Meierei“ interessiert in der erwähnten Zielgruppe eh nur die Profil-Neurotiker. Alle anderen sagen sich doch: Wenn ein Club nur Gäste mit goldenem Hologramm spielen lassen möchte – bitteschön! Ist ja nichts gegen einzuwenden, wenn man unter sich bleiben möchte. Man kann ja auch zur Not noch auf den Old Course gehen - ganz entspannt und ohne Hologramm. 

Der Golfsport hat einfach auch im Bereich der Mitgliederverwaltung  zu wenige Antworten auf die durchaus komplexe Herausforderung, verschiedene Lebensmodelle und Generationen unter ein einziges organisatorisches und emotionales Dach zu bekommen. In welchem anderen Sport spielen drei Generationen zur selben Zeit im selben Turnier auf demselben Platz um denselben Sieg und feiern danach im selben Clubhaus zur selben Zeit an denselben Tischen eine Siegerehrung? 

Das ist einmalig und sehr schön. Und erfordert moderne Antworten gegenüber alteingesessenen Strukturen und Formaten und allen Generationen. Ich oute mich als Voll-Mitglied, aber Befürworter dieser Flexibilität, und empfehle daher meinen Freunden eine Fernmitgliedschaft:

www.fernmitgliedschaft-golf.de

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