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Golfer leben Länger

am 18.09.2017 von Alvaro

Golfer leben länger

Heute früh bin ich irgendwie fitter aus dem Bett gefallen als sonst. Okay, ein leichter Muskelkater hat sich an meinem Rücken festgekrallt, aber das ist auch kein Wunder nach einer 18-Loch-Runde in strammem Tempo. Die Tage werden kürzer und wenn man nicht bei Mondschein putten möchte, muss man sich halt beeilen. Trotzdem fühle ich mich körperlich stärker und besser gelaunt als an den vielen Tagen ohne Golf.

Eigentlich kein Wunder, wenn man mal schaut, was Sportmediziner und Physiologen über das Golfen sagen. Alleine das Aufwärmen bringt mehr Bewegung, als viele nicht-Golfer in der Woche zusammenbekommen. Schon mit zehn Minuten Gymnastik und Schwungübungen bringt man den Körper ordentlich in Fahrt und verringert das Risiko von Muskelzerrungen um ein Drittel. Warum sich viele Golfer trotzdem nicht körperlich und mental fit für die Runde machen, ist mir ein Rätsel.

Je nach Länge des Platzes legt man sechs bis acht Kilometer zurück – wenn man häufig Zickzack geht, weil der Ball einfach nicht die gewünschte Idealline fliegen will, sogar noch ein bis zwei Kilometer mehr. Das ist schon eine ordentliche Wanderung bei erhöhtem Tempo, die das Herz-Kreislaufsystem da in Schwung hält. Ich trage mein Bag grundsätzlich, darf mir also noch Fleißsternchen an die Brust heften. In der Golftasche liegen schließlich nicht nur Schläger und Bälle herum, sondern auch noch ein halber Hausstand mit Schlüsseln, Handy (ausgeschaltet!), Portemonnaie und Verpflegung – entspricht zusammen dem Gewicht einer Kiste Bier oder eines Kleinkinds, welches zusätzlich zu den rund 200 Schwüngen auf meinen Schultern lastet.

Apropos Verpflegung. Eine 18-Loch-Runde kostet den Körper rund 1200 bis 1500 Kilokalorien. Während bei einem Park-Spaziergang meistens Kaffee und Kuchen für Energienachschub sorgen, haben wir Golfer doch eher Bananen, Müsliriegel und Wasser dabei. Noch ein Pluspunkt für den Sport.

Ich bin mir nicht ganz sicher, ob es wirklich stimmt, dass ich bei einer Golfrunde mehr Kalorien verbrenne als mit zwei Stunden Tennis oder einer Stunde Dauerlauf. Ich bin lieber etwas langsamer unterwegs. Meine letzte Joggingrunde habe ich deutlich unter einer Stunde mit hochrotem Kopf beendet, obwohl Golfer im Schnitt eine um 20 Prozent höhere Lungenkapazität aufweisen sollen als nicht-Golfer. Zudem werden bei einem Golfschwung 124 der 434 Muskeln eingesetzt - auch ein Spitzenwert unter den Sportarten. Ich frage mich allerdings, welche Muskelstränge auf der faulen Haut liegen, während ich hochkonzentriert versuche, Arme, Beine und Rumpf zu koordinieren, um den Ball slicefrei vorwärts zu treiben. Zählt man den zusammengekniffenenen Hintern vor und den säuerlichen Gesichtsausdruck nach einem verkorksten schwierigen Schlag hinzu, dürften es ohnehin ein paar mehr Muskeln sein, die da beansprucht werden.

Aber das ist eigentlich egal, immerhin bin ich auf gutem Weg, der nächste Methusalem zu werden. Schwedische Forscher haben im Scandinavian Journal of Medicine & Science in Sports eine Studie veröffentlicht, nach der der ältere Golfer eine niedrigere Sterberate haben als  Altersgenossen mit anderen Hobbys (Zusammenfassung hier). Oder andersrum: "Golfer leben länger!" Besonders gut schnitten dabei übrigens niedrige Handicapper ab. Zwar geben die Wissenschaftler zu, es könne auch noch andere Faktoren geben, die die Lebenserwartung positiv beeinflussen. Schließlich haben sie nur die Daten des nationalen Sterberegisters und der Mitgliederkartei des schwedischen Golfverbands ausgewertet. Aber da Golfer eben häufig an der frischen Luft sind und sich viel bewegen, dürfte schon etwas dran sein.

Bleibt die Frage: Wie bekommen wir möglichst viele Sportabstinenzler und Sesselpuper dazu, einmal den Schläger in die Hand zu nehmen und sich mit dem Golfvirus infizieren zu lassen? Am Preis kann es eigentlich nicht liegen, denn eine gute Muckibude oder Tennis sind auf einer Stufe. Wer Golf ausprobieren und dabei noch Urlaub machen möchte, kann auch einen Platzreifekurs auf Mallorca buchen. Im Winter frühlingshaft...

Nachtrag: Für die Erstellung dieses Blogeintrags wurden benötigt: 1 Flasche Mineralwasser, 3 Tassen Kaffee mit Milch, 5 Schokoriegel und 1 Banane. Macht zusammen rund 700 Kilokalorien – höchste Zeit für die nächste 9-Loch-Runde.

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