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Handicap Anpassung

am 08.01.2017 von Alvaro

Golf Vorgaben Handicap

Geht`s noch? Ein Bekannter von mir erhielt soeben das beigefügte Schreiben! Ich frage mich wirklich, ob ich den Golfsport noch guten Gewissens weiter empfehlen kann. Ich habe nämlich mittlerweile Angst, dass jemand denkt, dass ich ein Paragraphen reitender Spießer sei, der sich zusätzlich an Regularien und Verbesserungen ergötzt!

Diese sinnlose Anpasseritis wurde ja eigentlich 2016 vom DGV gekippt, jedoch anscheinend nur, um die Macht dann in die „Vorgaben-Ausschüsse“ weiterzuleiten. Haben die Menschen nichts anderes zu tun, als sich durch die Handicaps der Mitglieder zu wühlen und „Anpassungen“ im Dezimalbereich vorzunehmen? Ich mag es ja nicht laut sagen, aber das erscheint mir doch sehr typisch deutsch, oder? Das ist so ein wenig wie bei der Untertunnelung des Fehmarn-Belt über die Ostsee...der zuständige dänische Minister (Dänemark zahlt das Projekt alleine) meinte gerade zu den jüngsten Planungsverzögerungen in Deutschland: „Es ist egal, lassen wir die Deutschen doch bitte alles in Ruhe nach Ihrem System prüfen“... Das spricht wohl Bände...

Zurück zum Golfsport: Was soll so ein Schreiben? Und weshalb muss mein Kollege daraus eine Handlung ableiten, da ansonsten sein Handicap hochgestuft wird? ER soll sich bis zum 17. Januar im Sekretariat melden! Sonst wird es automatisch hochgestuft! Das erinnert mich im Vorgehen an einen ernsteren Vergleich: Wenn es darum geht, Menschenleben in Form von Organspenden zu retten, dann hat die Bundesregierung ein Problem damit, das Prinzip „wer nicht ausdrücklich widerspricht, ist automatisch Organspender“ anzuwenden.  Zugegeben, ein Vergleich der hinkt, aber im Golfsport ist das eben lässig möglich:

„Wer nicht bis zum soundsovielten widerspricht, wird mit einer Verschlechterung seines mühsam erspielten Handicaps belohnt.“ Geht`s noch?

Generell ist das ein wenig so, als wenn Vettel im ersten Rennen der nächsten Saison nur mit 3 Reifen fahren darf, weil er die Linkskurven der letzten Saison im Schnitt mit 1/10 der Achtplatzierten genommen hat. Oder Angelique Kerber wird die ersten 8 Sätze beim ersten Major-Turnier der Saison in Australien mit nur jeweils einem Aufschlag spielen, weil sie über die Saison betrachtet weniger direkte Winner-Aufschläge als die Weltranglistenzweite geschlagen hat.

Was soll dieses Anpassungs-System? Und wo möchten die Erfinder dieser Regularien (zumeist ältere Herren in goldbeknöpften blauen Club-Jackets) langfristig den Golfpport positionieren? 

Geht`s noch?

Liebe Spielvorgabenausschüsse (für dieses Wort gibt es übrigens in jeglichen Fremdsprachen keine Übersetzung): kümmert Euch doch lieber darum, dass Ihr neue Mitglieder bekommt und mehr Pfiff in die Turnierwelt bringt sowie das Golfspiel erleichtert, anstatt aus gemütlicher, winterlicher Amtsstuben-Runde solche Schreiben zu versenden! Nehmt Euch ein Beispiel am Ausland: In Südafrika wird jede gespielte Golfrunde eingegeben und daraus ein ehrlicher Querschnitt der Saison errechnet – egal ob Privat- oder Turnierrunde. Und bei unseren Nachbarn in Dänemark kann man ebenfalls jede Runde  am Automaten eingeben und auswerten. Ganz ohne Missgunst und Regulierungswut. Beide Länder haben übrigens mehr Top-Golfer in den Profi-Touren als die überregulierte Heimat!

Und wenn Ihr als Spielausschuss unbedingt jemanden regulieren möchtet, dann stellt doch einen inoffiziellen Mitarbeiter auf die Range und lasst beobachten, wer im Winter besonders viel trainiert. Den könnt Ihr dann für die „hochdotierten Sponsorenturniere“ disqualifizieren, damit nicht immer das „Ehepaar Trickser“ mit 88 Netto-Punkten die Reise nach Mauritius abräumt. Alle anderen schaden sich mit zu guten Handicaps eh nur selbst...

Es grüßt herzlichst

Das goldene Hologramm

 

Golf Handicap-Anpassung

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