Pauschalreisen immer mit:   Mietwagen oder Transfer Veranstalter-Haftpflichtversicherung

Ein Ratgeber für Golfurlauber in Sachen "EU-Richtlinie Privatorganisation"

 

Schwarztouristik - ALLGEMEIN

Sicheres ReisenInternet, Smartphone & Co machen es möglich – einige Golfer organisieren Ihre Club-, Freundes- und Mannschaftsreisen selbstständig. Die zumeist vorhandene Unwissenheit über die weitreichende Privathaftung der neuen EU-Pauschalreiserichtlinie birgt hier ein enormes Potenzial für unangenehme Konsequenzen. Bei eigener Reiseorganisation wird unter Umständen die komplette Haftung – wie bei einem Reiseveranstalter – durch die Privatperson übernommen, wir erläutern das neue Gesetz etwas detaillierter:

Wer für Freunde oder Clubmitglieder eine Reise bucht, kann nach deutschem und EU-Reiserecht schnell zum Reiseveranstalter werden – mit immensen Konsequenzen. Im Unterschied zu TUI & Co. werden solche nicht­gewerblichen Veranstalter als "Schwarztouristiker" bezeichnet, zumal sie für jegliche Eventualitäten in Sachen Verspätung, Reiseausfall, Unfall etc. keinerlei Haftpflicht-Versicherungen vorhalten.

Ein sehr aktuelles Thema, bei dem wir aktive Hilfestellung geben möchten. Durch die 2016 verabschiedete EU-Pauschalreiserichtlinie wird das Thema erneut in den Fokus gerückt, denn mittlerweie beschäftigen sich immer mehr Finanzämter und Versicherungen mit dem Thema. Die Reiseindustrie ist dabei noch eine der wenigen "Grauzonen".


Schwarztourismus"Schwarztouristik" nennt man die Organisation und Ausführung von Einzel- und Gruppenreisen durch nicht gewerblich tätige Privatpersonen und Einrichtungen. Dazu gehören zum Beispiel Vereine, Kirchen, Privatpersonen und auch Golfclubs sowie Professionals.

Auf Reisen kann viel Unvorhergesehenes passieren: Unfälle, Krankheiten, Naturkatastrophen, Kriminalität, Flugverspätungen, überbuchte Hotels oder Insolvenzen. Wenn etwas schiefläuft, machen sich Gerichte und Versicherungen schnell auf die Suche nach dem verantwortlichen Reiseveranstalter. Es ist dem Gesetzgeber dabei egal, ob der Organisator sich selbst als Reiseveranstalter versteht oder nicht, denn per Definition des Reiserechts ist er es bei Bündelung diverser Reiseleistungen.

Man weiß oft nicht, dass man als Organisator einer Reise auch für die "Erfüllungsgehilfen" (Hotel, Flug etc.) haftet, dies ist jedoch so im Reiserecht geregelt. Und im "Fall der Fälle" wird eine Versicherung immer nach dem Organisatoren der Reise fragen. Dieser kann dann mit seinem Privatvermögen als Reiseveranstalter haftbar gemacht.


Risiko ReiseorganisationDas ist auch der Grund, weshalb Reiseveranstalter im Jahr zig Millionen Euro für Haftpflicht-Versicherungsprämien investieren. Für Touristen eine immens wichtige Absicherung, die bei privat organisierten Reisen meist nicht gegeben ist! In Deutschland herrscht zudem die Insolvenzversicherungspflicht für Reiseveranstalter. Nur wer einen Sicherungsschein aushändigt arbeitet gesetzestreu und sorgt dafür, dass bei eigener Insolvenz und auch bei der seiner Erfüllungsgehilfen der im Voraus bezahlte Reisepreis abgesichert ist.

Fragen Sie bei einer Reisebuchung immer nach einer Veranstalter-Haftpflichtversicherung und lassen Sie sich diese zur Not auch vorweisen. Denn auch viele gewerbliche Seiten von Reiseanbietern oder Reisebüros (die nur vereinzelt als Reiseveranstalter auftreten) sollten Versicherungen die man haben muss (Insolvenzabsicherung) oder haben sollte (Veranstalter-Haftpflicht) vorweisen können.

Einen aktuellen Artikel mit interessanten Interviews (u.a. Ex Lufthansa-Vorstand Adrian von Dörnberg und Rechtsanwalt Stefan Busch) aus einem Golf-Magazin finden Sie hier: 
Golfmedico - Schwarztourismus

 

Wichtiger Hinweis
Der vorliegende Beitrag stellt weder eine Rechtsberatung dar noch ersetzt er die Beratung durch einen fachkundigen Rechtsanwalt, bei der die Besonderheiten des Einzelfalls berücksichtigt werden können. Der Beitrag ist abgestimmt auf die dem Autor bei der Veröffentlichung bekannte Rechtsprechung und die herrschende Meinung in der einschlägigen Rechtsliteratur. Es ist nicht auszuschließen, dass einzelne Textpassagen im Lichte eines unbekannten oder nicht veröffentlichten Urteils zu beanstanden sind. Bitte informieren Sie sich über diese Umstände oder holen im Zweifel fachkundigen Rat ein.

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Schwarztouristik - INTERVIEW MIT RA STEFAN BUSCH

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